International Association of Libraries and Museums of the Performing Arts

Société Internationale des Bibliothèques et des Musées des Arts du Spectacle

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Vorwort

Erich Gropengießer


Theatersammlungen und Öffentlichkeit / Les Collections Théâtrales et le Public / Theatre Collections and the Public

17. Internationaler SIBMAS-Kongreß / 17ème Congrès International de la SIBMAS / 17th International SIBMAS Congress, 1.-9. September 1988, Mannheim
Bericht / Actes / Documentation
Red.: Liselotte Homering.
Mannheim: Städtisches Reiß-Museum, 1990. pp. 9-10


Mannheim war zum Veranstaltungsort des 17. Internationalen Kongresses der Société Internationale des Musées et des Bibliothèques des Arts du Spectacle (SIBMAS) gewählt worden, in Mannheim hat dieser vom 4. bis zum 9. September 1988 stattgefunden.
Wissenschaftler aus 24 Ländern, aus einem geographischen Bereich, den ich abkürzend einmal mit: zwischen den USA und der Sowjetunion, zwischen Finnland und Kamerun umschreiben möchte, haben daran teilgenommen. Aus diesem Anlaß hatte die Theatersammlung des Städtischen Reiß-Museums Mannheim im Hofgebäude des Zeughauses die Sonderasstellung Der Ort der Handlung ist die Bühne aufgebaut und ihre Eröffnung an den Beginn des Kongresses am 4. September 1988 gestellt.
Schon in den Ursprüngen des europäischen Theaters, im alten Griechenland und in Rom, kannte man Bühnengestaltung, Schattenmalerei und Scheinarchitektur als unterstützende Mittel bei dem entschiedenen Bestreben der Tragödie, Mitleid und Furcht bei ihrem Publikum zu erwecken - oder, wie Wolfgang Schadewaldt übersetzt "Schauder" und "Jammer" -, um dadurch kathartische Wirkungen zu erzielen, ebenso bei dem einfallsreichen Eifer der Komödie, durch Lachen zu bessern.
Das Theater des alten Griechenland war stets auf die Polis bezogen, auf die Stadt und den Staat, und nicht ohne tiefen Grund hat Aristophanes dem Chor in den Fröschen die Worte in den Mund gelegt: "Wohl ziemt es sich für den heiligen Chor, die Polis zu ermahnen und zu lehren, was gut ist." Bühnengestaltung in Mannheim vom 18. bis zum 20. Jahrhundert lautete der Untertitel der von Liselotte Homering konzipierten und aufgebauten Ausstellung; man entnimmt ihm unschwer eine nachdrückliche Verknüpfung mit dem Generalthema des Kongresses Theatersammlungen und Öffentlichkeit.
Gezeigt wurde am Beispiel Mannheims und seiner Theatertradition, welche Lösungen hier für die verschiedensten Aufführungen gefunden worden sind, was als dinglicher Niederschlag die Öffentlichkeit an so manches, bei aller augenblicklichen Wirkungsmächtigkeit, flüchtige Theaterereignis zu erinnern vermag.
Theatersammlungen bleiben, selbst wenn das Theater in seinem "engen Bretterhaus" den ganzen Kreis der Schöpfung ausschreitet, den Spezialmuseen der Kulturgeschichte zugeordnet. Damit gilt abe Mannheim bei der Gründungsversammlung des Fördererkreises für das Reiß-Museum am 24. November 1968 vorgetragen hat: "Ich glaube, daß die Museen, diese Häuser der Musen, diese Wunderhäuser, uns zeigen, was der Mesch von sich und dem Gefüge der Welt je und je zu wissen instande ist". Und er stellte die Frage, die unmittelbar zum Generalthema des Mannheimer SIBMAS-Kongresses Hinführt: "Aber wie bringen wir es in lebendigen Besitz aller?"

Die Problemstellung Theatersammlungen und Öffentlichkeit wurde, wie auch aus der nachfolgenden Einleitung von Liselotte Homering zu ersehen ist, in Mannheim unter den verschiedensten Blickpunkten erörtert. Aber: es ist eine Sache, die "Bildungsaufgabe des Museums" anzuerkennen, eine andere, die daraus notwendigerweise sich ergebenden Folgerungen zu ziehen. So muß der scheidende Museumsdirektor mit einiger Bekümmernis feststellen, daß es nach der 1984 erfolgten Magazinierung auch im Jahre 1989 noch nicht gelungen ist, der 1972 durch Herbert Meyer ins Leben gerufenen Theatersammlung des Städtischen Reiß-Museums wieder geeigneten Raum zum Aufbau ihrer ständigen Schausammlung zur Verfügung zu stellen.

Zum Abschluß sei noch all denen Dank ausgesprochen, die zur Durchführung des Kongresses und zur Fertigstellung des abschließenden Kongreßberichtes beigetragen haben: der Stadt Mannheim, dem SIBMAS-Zentrum in der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Fördererkreis für das Reiß-Museum, dem Auswärtigen Amt, dem Ministerium für innerdeutsche Beziehungen, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Verkehrsverein Mannheim (Ursula Pfefferle), den Vortragsrednern, dem Podiumsdiskussionsleiter und den "Chairpersons" der Workshops, der Verwaltung des Städtischen Reiß-Museums, den Mitarbeitern des Städtischen Kongreßzentrums "Rosengarten", den beteiligten Buchhandlungen, den Damen Dr. Wiltrud Heber (Denkmalamt Karlsruhe) und Ingrid Lamey (Schwetzingen) und besonders den drei "guten Geistern" vor und hinter den Kulissen während des Kongresses: Sofia Iliadis, Andrea Katzer und Ulrike Münch.

Dank aber gilt auch und vor allem für die gute Zusammenarbeit dem damaligen und dem jetzingen Präsidenten der SIBMAS: Herrn Prof. Dr. Harald Zielske (Berlin) und Herrn Hofrat Dr. Oskar Pausch (Wien).

Die Stadt Mannheim und das Städtische Reiß-Museum haben es als eine Ehre betrachtet, dem 17. Internationalen SIBMAS-Kongreß eine geeignete Plattform für seine Verhandlungen bieten zu können, und wir freuen uns, heute den umfassenden Kongreßbericht der Öffenlichkeit vorlegen zu können.

Mannheim, im Dezember 1989


17th Congress

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URL: http://www.theatrelibrary.org/sibmas/congresses/sibmas88/mannheim1988_01.html
Information about this site: Maria Teresa Iovinelli, Secretary General
Last updated: August 31, 2004

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